TOP Ö 6: "Mit kleinen Schritten gegen den Plastikwahn"; hier: Antrag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und der SPD

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Abstimmung: Ja: 9, Nein: 5

Beschlussvorschlag:

 

1.    Der Umweltausschuss der Stadt Norderstedt beschließt, folgenden eindringlichen Appell an die Norderstedter Bürgerinnen und Bürger, die ansässigen Supermarktketten, Gemüseläden und Marktstände zu richten:

 

„Mit kleinen Schritten gegen den Plastikwahn!

 

Zur Motivation:

580 000 Partikel treiben pro Quadratkilometer Meeresfläche auf unseren Ozeanen. Jeder von uns trägt mit seinem Konsumverhalten dazu bei. Dazu gehört natürlich, dass wir einen großen Teil unseres Mülls nach Asien mit den entsprechenden Folgen entsorgen.

Auch in nächster Nähe hatten wir 2018 eine Umweltkatastrophe in und an der Schlei, wo in einer Biomüllanlage plastikverpackte Lebensmittel aus dem Handel direkt geschreddert wurden und dann über eine Kläranlage in den Fluss gelangten.

In einem langjährigen Zersetzungsprozess entsteht Mikroplastik, das über die Nahrungskette direkt auf unseren Tellern landet.

Die Initiative der vergangenen Jahre im Hinblick auf Plastikeinkaufstüten hat Wirkungen gezeigt. Trotzdem kaufen immer noch Verbraucher große Plastiktragetüten gegen Entgelt.

Nun möchte der Umweltausschuss durch diesen Appell zum erweiterten bewussten Verzicht auf dünne Plastikbeutel an Gemüseabteilungen der großen Lebensmittelketten, Gemüseläden und Marktständen aufrufen.

Alternativen sind vielfältig: z.B. wiederverwendbare Netze, die es schon im Handel gibt, Papiertüten, Stofftaschen, die mehrmals genutzt werden können oder Körbe, in die das Gemüse direkt zu legen ist.

Allen Fraktionen der Stadt Norderstedt ist dieser Appell von großer Wichtigkeit. Jeder kleine Schritt zur Veränderung ist hilfreich und gibt das richtige Signal. Wir tragen gemeinsam Verantwortung für die Zukunft der nachfolgenden Generationen und können gewiss sein, dass sie uns kritisch hinterfragen werden.

Schließen Sie sich unserem Appell an, und handeln Sie entsprechend mit uns!

Für Ihre Unterstützung bedanken wir uns im Voraus.“

 

2.    Die Presseabteilung und die beteiligten Fachabteilungen werden gebeten, den Appell professionell zu gestalten, medienwirksam zu veröffentlichen und Bürgerinnen und Bürger sowie den Lebensmittelhandel gezielt mit dem Appell über die Wichtigkeit des Anliegens zu informieren.

 

 

Herr Schenppe gibt für die CDU-Fraktion eine Anfrage zum Beschlussvorschlag zu Protokoll. Die Anfrage wird als Anlage  unter TOP 16.1 (Anlage 7) zu Protokoll genommen.

 

Über die Frage der Rechtmäßigkeit wird diskutiert. Die Verwaltung sieht keine rechtlichen Hindernisse bei einem Ausschussbeschluss; sie sagt zu, dass vor der Verbreitung des Appells die erbetene rechtliche Prüfung vorgenommen wird.


Abstimmung:

 

Mit 9 Ja-Stimmen, 5 Nein-Stimmen mehrheitlich angenommen.