Tagesordnungspunkt

TOP Ö 8: Betreute Halbtagsgrundschule hier: Sachstandsbericht

BezeichnungInhalt
Sitzung:20.03.2002   SZ-04F4WK2 
Beschluss:noch nicht festgelegt
Abstimmung:JA-Stimmen:0 NEIN-Stimmen:0 Enthaltungen:0
Vorlage:  M02/0161 
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Herr Struckmann gibt folgenden Sachstandsbericht:

 

 

Auf der Basis der z.T. bereits auf der Sitzung des Ausschusses für junge Menschen am 20.02.2002 ausführlich präsentierten Betreuungsbausteine wurden die (kostendeckenden) Entgelte für die einzelnen Bausteine ermittelt. Dabei wurde zugrunde gelegt, dass das Land entsprechend seiner am 05.02.2002 bekannt gemachten “Richtlinie zur Förderung von Betreuungsangeboten an Grund- und Förderschulen” sich an den Personalkosten beteiligt.

An Ausgaben wurden berücksichtigt: je zwei Stellen für sozialpädagogische Assistentinnen (alternativ: entsprechende Honorarmittel) sowie Sachkosten in Höhe von 50 € pro Kind pro Jahr analog der Förderung von Betreuungsangeboten durch Elterninitiativen an anderen Grundschulen in Norderstedt. Der Personalkostenbedarf wurde mit 9/12, d.h. unter Berücksichtigung der Ferienzeiten, kalkuliert. Unberücksichtigt bleiben dabei der Verwaltungskostenanteil sowie der zusätzliche Koordinierungsbedarf, der wohl hauptsächlich vom Hort zu tragen sein wird.

Damit ergeben sich für die einzelnen Betreuungsbausteine zusammengenommen Entgelte, die nicht wesentlich von den Gebühren für Hortplätze abweichen– allerdings ohne ein entsprechendes Ferienangebot sowie ohne die Möglichkeit einer Sozialstaffelermäßigung.

 

Zur Abfrage des Bedarfs an den unterschiedlichen Betreuungsangeboten wurden von den betroffenen Einrichtungen Fragebögen entwickelt, die allen Eltern der Schulkinder der 1. bis 3. Klasse sowie der zum kommenden Schuljahr einzuschulenden Kinder in der 12. kw zugesandt werden. Ergänzend dazu werden am 16.04.2002 (Pellwormstraße) bzw. am 23.04.2002 (Niendorfer Straße) Informationsveranstaltungen für Eltern durchgeführt. Bis Ende April soll dann eine Übersicht über den tatsächlichen Bedarf an den einzelnen Betreuungsbausteinen vorliegen.

 

 

Es herrscht Einvernehmen darüber, den anwesenden Damen Menzzer, Schulleiterin GS Pelwormstraße, Diercks, Schulleiterin GS Niendorfer Straße und Münch, Leiterin des Hortes Niendorfer Straße zu diesem Punkt Rederecht zu erteilen.

 

 

Zunächst weisen die die o.g. Damen auf die positive Zusammenarbeit mit der Verwaltung und die äußerst zügige Erarbeitung der Fragebögen für die Eltern hin.

Frau Diercks gibt in Ergänzung zu der Vorlage das Anschreiben der GS Niendorfer Straße zu Protokoll (Anlage 3).

 

 

Während der sich anschließenden Diskussion sieht der Ausschuss nach wie vor das Land in der Pflicht, das Angebot der verlässlichen Halbtagsgrundschule vorzuhalten, mindestens aber zu finanzieren. Der in der Planung beabsichtigte Anteil des Landes wird als völlig unzureichend erachtet. Die Verwaltung wird gebeten, weiterhin mit dem Land zu verhandeln, mit dem Ziel, der verlässlichen, für Eltern unentgeltlichen, Halbtagsgrundschule.

 

Der Ausschuss begrüßt deshalb auch das vorgestellte Projekt als "Betreute Grundschule" zu bezeichnen - in Abgrenzung zum Angebot der "verlässlichen" Halbtagsschule.

 

Die anwesenden Leiterinnen und Herr Struckmann beantworten daraufhin verschiedene Fragen wie folgt:

 

 

-          Wie soll das Weisungsrecht zwischen Schule und Hort geregelt werden?

Die Schule für den Bereich des Unterrichts und der Schulräume, der Hort für den Bereich der Betreuung außerhalb des Unterrichts und die Horträume.

 

-          Versicherungspflicht?

Die SchülerInnen sind über den KSA für die Schulzeit versichert; für die Nachmittags- und Ferienbesetzung erfolgt eine Versicherung über den GUV.

 

-          Wie sicher ist die (geringe) finanzielle Beteiligung des Landes?

Die Antragstellung erfolgt bis Ende Mai; ein Bescheid ergeht voraussichtlich im September. Bis dahin ist die Beteiligung des Landes unsicher. Dies gilt auch für die Zeit nach Auslaufen der Förderrichtlinie in 3 Jahren.

 

-          Ist der Zeitplan bis zum Beginn der Projekte nicht zu eng?

Er ist in der Tat sehr eng und duldet auf keinen Fall Aufschub in den nächsten Maßnahmen (Info an die Eltern, Bedarfsabfrage, inhaltliche und organisatorische Planung der Bausteine/Module, Besetzung der Stellen).Auf keinen Fall sollte der Beginn der Projekte verschoben werden. Dies würde zur Demotivation interessierter und engagierter Eltern führen. Zur Not muss die erste Zeit improvisiert werden.

 

-          Warum wird in einer Einrichtung Ferienbetreuung über die Module angeboten, in der anderen jedoch nicht?

Vorauszuschicken ist, dass beiden Standorten grundsätzlich die Freiheit gegeben wurde, Modelle zu entwickeln, die dem jeweiligen Bedarf bzw. den vorhandenen Ressourcen entsprechen. Bezüglich der Ferienzeit plante eine Einrichtung das Angebot wöchentlicher, ganztägiger Betreuung, was sich jetzt als Modul 7 wiederfindet.

Die andere Einrichtung wollte ursprünglich einen Baustein "Ferienbesetzung halbtags vormittags" anbieten. Dieses hätte zusammen mit den Bausteinen der Vormittagsbetreuung in der Schulzeit dem Hortangebot vormittags entsprochen und ist deshalb - da auch noch keine Ergebnisse der Elternbefragung zur Teilzeithortbetreuung vorlagen - nicht weiter verfolgt worden.

 

-          Reicht die Qualifikation von sozial-pädagogischen Assistentinnen für die vorgesehenen Angebote aus?

Sozial-pädagogische Assistenten wurden als Berechnungsgröße für die Ermittlung der Kosten für die Bausteine/Module gewählt. Es ist zum einen dem Hort überlassen, welche Mitarbeiterin für den Bereich eingesetzt werden soll. Zum anderen sollte auch die Möglichkeit bestehen, Personen mit anderen Qualifikationen auf die zusätzlichen Stellen einzustellen, soweit sie sich mit dem Gehalt in dem vorgegebenen Rahmen bewegen (z.B. durch geringere Stundenzahl).

 

-          Die Kosten aller Bausteine in der Pellworm-Einrichtung liegen weit unter den Kosten für einen Hortplatz; Warum?

Die einzelnen Bausteine für sich schließen die Ferienbetreuung aus.

 

-          Warum sind die Kosten der Module 2 und 3 so gering im Verhältnis z.B. zu Modul 1, obwohl sie mehr Stunden umfassen?

Berücksichtigt wurde hierbei der hohe Anteil von (kostenfreier) Unterrichtszeit und entsprechend geringem (kostenrelevanter) Betreuungsbedarf.

 

-          Ist die Durchführung von 2 ähnlichen Befragungen (Februar: Horte, März/April: Grundschulen) nicht verwirrend für die Eltern?

Ja, lässt sich aber nicht entzerren oder zusammenlegen, da es relativ zeitnah zur Platzvergabe geschehen muß bzw. unterschiedliche Zielgruppen sind. Insbesondere im Bereich der Horteltern wurde deshalb intensiv informiert.

 

-          Warum können nur benachbarte Bausteine/Module gebucht werden?

Es wird ansonsten die Gefahr gesehen, daß Eltern aus Kostengründen darauf spekulieren, daß ihre Kinder die Zeit nach Unterrichtsschluss bis zum Beginn des Betreuungsangebotes irgendwie überbrücken.

 

-          Wann rechnet sich das Angebot?

Die Kosten- Entgeltkalkulation erfolgte auf Basis einer 100%igen Auslastung. Bei geringerer Auslastung müssten zum Erreichen einer Kostendeckung höhere Entgelte gefordert werden. Diese würden dann allerdings nicht mit denen für die Horte harmonisieren.

Alternativ müssten Haushaltsmittel bereitgestellt werden, um die Entgelte zu decken. Ein Beschluss, zumindest ein Votum zur Höhe der Entgelte durch den Ausschuss für junge Menschen wäre vor der Elternbefragung hilfreich. Die Fraktionen haben hierzu noch Diskussionsbedarf. Die Verwaltung geht somit mit den vorgelegten Zahlen in die Elternbefragung.

 

 

 

Herr Hagemann bittet die Verwaltung um einen schriftlichen Sachstandsbericht zu der Finanzierung der verlässlichen Halbtagsschule im Allgemeinen.

In diesem Zusammenhang wird auf die Anlage 3 der Berichtsvorlage M02/0161 verwiesen.

 

 

 

Auf Anregung von Frau Münch bittet der Ausschuss für junge Menschen die Verwaltung, mit den Projektschulen sog. Zielvereinbarungen zu schließen und diese nach dem ersten Probejahr zu überprüfen, um Messgrößen für den Erfolg zu haben.

Ungeklärt - aber dringend erwünscht - ist,  mit welchen Ressourcen das Projekt dokumentiert und evaluiert werden soll.

 

 

 

 

Abschließend  bedankt sich der Ausschuss für junge Menschen für die bisherige Arbeit und bittet die Verwaltung, das Projekt in diesem Sinne weiterzuführen, sowie um baldige Informationen zum Ergebnis der Umfragen.